Hallo liebe Kids, heute erzählt euch PLUEMES etwas über unser sommerliches Orchester. Die Heuschrecken.

Wenn die Nächte kürzer werden und die Temperaturen steigen wird es oft in einigen Teilen bei uns in Deutschland im Tierreich lauter. Vor allem wenn Wiesen mit hohen Gräsern oder Hecken in der Nähe sind. In der lauen Abenddämmerung stimmen, dann auch die Heuschrecken mit ein. Ihr habt bestimmt schon einmal das Heuschreckenorchester selbst gehört. 

Heute wollen wir die Musikanten näher kennenlernen. Doch das wird etwas schwieriger, denn bei uns alleine in Deutschland gibt es fast 80 verschiedene Arten. Wobei das für Insekten eigentlich nicht viel ist. Käfer zum Beispiel haben wir über 7.000 verschiedene Arten. Oh man unser Tierreich ist einfach super. Allerdings sind auch bei den Heuschrecken viele Arten sehr stark vom aussterben bedroht und auch da sind einmal mehr wir schuld. Denn ihnen fehlen durch uns schlicht weg die Lebensräume und die Nahrung. Und dabei sind sie so hilfreich. Da die meisten Heuschrecken meist Pflanzen als Nahrung suchen, aber auch zu anderen Insekten nicht nein sagen, sind sie sehr nützlich. Zum einen halten sie Schädlinge zurück, wie zum Beispiel die Gemeine Eichenschrecke. Sie frisst gerne Blattläuse und hilft somit den Pflanzen auf natürliche Art die Schädlinge loszuwerden. Der Gemeinen Eichenschrecke begegnen wir auch öfters mal im August in unserem Wohnzimmer. Sie werden in dieser Zeit vermehrt magisch vom Licht angezogen. Und sind dann die Fenster offen schwupp ist der kleine grüne Freund mit seinem gerade mal 1,5cm schnell mal in der Wohnung. Dann helft ihm wieder nach draußen, denn sie sind auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ihre Eier. Eigentlich nehmen sie dafür am Liebsten irgendwelche Risse in Baumrinden. Doch in der Wohnung gehen zur Not auch andere Stellen, wie zum Beispiel in der Bettwäsche, wenn es ein eher gröberes Gewebe ist. Ja ihr habt richtig gehört, nicht aufgepasst teilt ihr euch vielleicht bald das Bett. Aber keine Angst, das wäre auch nicht schlimm. Aber bringt sie lieber wieder vorsichtig nach draußen. Auch einer unserer größten Vertreter in Deutschland das Grüne Heupferd, ist eigentlich ein nützlicher Mitbewohner, denn auch er frisst Blattläuse, aber zudem auch lästige Fliegen. 

 

An den Heuschrecken kann man auch die Gesundheit eines Bodens ablesen. Denn wird durch Düngen und Co der Boden beschädigt, verschwinden die Heuschrecken dort, bevor überhaupt die Pflanzen anfangen kaputt zu gehen. Also eigentlich ein Frühwarnsystem, wenn wir lernen genau hinzuschauen. 

Doch zurück zu unseren Heuschrecken. Wie schon vorher erwähnt haben wir viele verschieden Arten und zwei davon konnten wir schon kurz kennenlernen. Sie gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Von grün, über grau bis braun, von klein bis groß ist von allem etwas dabei. Man kann sie auch noch in zwei Arten grob aufteilen, einmal die Langfühlerheuschrecken, dazu gehören die Grillen und das Heupferd, und einmal die Kurzfühlerheuschrecken. Und ihr könnt euch bestimmt denken woran man sie unterscheidet oder? Klar, wie der Name schon sagt an den Fühlern. Bei den Kurzfühlerheuschrecken sind die Fühler maximal halb so lange wie ihr Körper oder sogar kürzer und bei den Langfühlerheuschrecken sind sie oft sogar länger als ihr Körper. Stellt euch das mal vor, wir hätten Fühler im Gesicht die länger als unser Körper sind. Das würde mal komisch aussehen. 

Ansonsten haben sie auch einiges gemeinsam. Sie haben alle sechs Beine, wobei bei den allermeisten die Hinterbeine deutlich länger und stärker sind. Das liegt daran, dass sich diese auch meist am Liebsten springend vorwärts bewegen und das mit einem riesigen  Satz. Die Feldheuschrecke zum Beispiel, kann aus dem Stand bis zu einem Meter springen. Hoch oder weit. Stellt euch das mal vor. Das schaffen wir nicht ansatzweise. Probiert es mal aus. Kommt ihr einen Meter weit? Wenn ja seit ihr echt sehr gut, aber wir sind ja auch viel größer. Für uns ist ein Metern nicht so schwer, wie für die kleine Schrecke, oder nicht? 

Vom Springen kommt auch der Name „Schrecken“. Häh was hat Schrecken mit Springen zu tun? Weil sie sich schnell erschrecken und dann wegspringen? Nein, aber das wäre auch eine gute Erklärung. Mit dem Schrecken bzw. erschrecken, wie wir es jetzt meinten, hat es nichts zu tun. Sondern eher mit dem ganz ganz alten Wort „scricken“ das man früher für „springen“ benutzt hat. 

Doch nicht nur zum springen sind bei den meisten Grashüpfern die Beine. Na wisst ihrs? Kleiner Tipp, für was sind sie sehr bekannt? Denkt an den Anfang der Folge. Klar für ihr musizieren. Und dazu brauchen sie ihre Füße. Sie spielen mit den Füßen Instrumente? Naja fast. Die Füße sind sozusagen ein Teil der Instrumente. Viele Grashüpfer zirpen ihre Lieder indem sie mit den Schenkeln an den Flügeln reiben. Manchen machen das auch indem sie die Vorderflügel aneinander reiben, mit dem Mundwerkzeug reiben oder mit den Füßen klopfen. Es gibt die unterschiedlichsten Musikinstrumente. An ihnen kann man mit viel Übung auch erkennen wer dort gerade sein bestes gibt. Sie machen es um die Frauen an zu werben. Meisten sind es nämlich die Herren sie sich Lautstark auf Partnersuche machen. Und man hört die Töne wirklich weit. Bis zu 50Meter. Das ist nicht viel meint ihr? Dann stellt euch aber mal vor, dass wäre von den Größen her so, wie wenn man uns Menschen 5 Kilometer weiter hören würden. Also ihr sagt etwas und euer Freund oder eure Freundin hört euch in der Nachbarortschaft oder sogar noch weiter weg. Und das ganz ohne Telefon.

Die Flügel sind natürlich nicht nur zum Laute machen da. Nein, sie können damit auch je nach Art mehr oder weniger gut fliegen. Und sie brauchen es natürlich auch nicht alle gleich. Die die mehr unter der Erde leben, wie unsere Maulwurfsgrille, brauchen es nicht wirklich deshalb haben sie auch nicht mehr wirklich große Flügel. Anders wie beim grünen Heupferd. Doch wie schon gesagt am liebsten springen und klettern sie alle. Ihr seht also von der Höhle über Wiesen, Kiesbänke, Bäume hin zu Gebirgen gibt es die unterschiedlichsten Vorlieben was das Zuhause angeht. 

Die Heuschrecken haben im Gegensatz zu anderen Insekten auch noch eine Besonderheit. Sie legen im August und September ihre Eier ab, aus denen nach dem Winter die Larven schlüpfen. Doch nicht wie bei den Insekten sonst verpuppen sie sich und werden dann zum Grashüpfer, sondern schmeißen in regelmäßigen Abständen ihre alte Haut ab und werden so nach und nach zur richtigen Schrecke. Da sie sich nicht verpuppen und komplett auf einmal in eine Heuschrecke verwandeln, nennt man sie auch „Halbumwandler“.

Auch von den Heuschrecken können wir viel lernen und auch sie als Helfer und nicht nur als Schädlinge sehen. Wir müssen nur wirklich wieder lernen richtig hinzuschauen.

Heuschrecken sind aber nicht die einzigen Lebewesen bei uns auf der Erde von denen es etwas zu lernen gibt.