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Jetzt geht es weiter mit dem Thema KONVENTIONELLE und NICHT KONVENTIONELLE HALTUNG – Was landet im Einkaufskorb? Heute im Detail Ente Gans und Co.

Zu dem bereits in der letzten Podcast Folge angeschnittenen Thema, das Schreddern der männlichen Küken wollen wir an dieser Stelle nochmals etwas ins Detail gehen. Landsiedel hat es hier unserer Meinung nach perfekt zusammengepackt: „männliche Küken, die im Zuge der Legehennen-Zucht ausgebrütet werden, gelten als unwirtschaftlich. Sie legen keine Eier und eignen sich nicht für die Mast, weil sie zu wenig Brustfleisch ansetzen. Sie am Leben zu lassen kostet die Brütereien nur unnötig Platz und Geld, daher werden die Küken getötet. Dies passiert entweder per Vergasung oder eben durch das Schreddern. Lebende, männliche Küken werden durch eine Maschine gejagt, die sie tötet, indem sie zerhackt, bzw. geschreddert werden. Diese Praxis bezeichnet man daher als Kükenschreddern. In der Geflügelindustrie handelt es sich bei diesem Vorgang um eine gängige Vorgehensweise, um sich der unprofitablen Küken zu entledigen, für die es in der Wirtschaft keine Verwendung gibt. 

Im Geflügelbetrieb werden die männlichen Küken von den Mitarbeitern per Hand aussortiert und landen auf einem Fließband. Am Ende des Fließbands wartet der Tod in Form eines Industrieschredders. Bei lebendigem Leib werden die Küken darin zerhäckselt – nicht lange, nachdem sie überhaupt erst geschlüpft sind. Aus diesem Grund nennt man sie auch Eintagsküken. Meist leben sie nicht länger als einen Tag nach dem Schlüpfen. Jährlich schlüpfen in den Brutbetrieben etwa 45 Millionen weibliche Küken, die zu Legehennen werden. Da man davon ausgehen kann, dass männliche und weibliche Küken in einem etwa gleichen Verhältnis schlüpfen, bedeutet dies, dass in Deutschland zudem jedes Jahr rund 45 Millionen Küken getötet werden. Das bedeutet täglich sterben etwa 100.000 Küken durch Schreddern oder Vergasen. Weltweit werden jährlich etwa 2,5 Milliarden Küken getötet. Dies entspricht 7 Millionen jeden Tag. 

Das deutsche Tierschutzgesetz wird bei dieser Praxis hierzulande seit Jahren missachtet, obwohl bereits im 1. Paragraph des Gesetzes steht, dass ein Wirbeltier „nicht ohne vernünftigen“ Grund getötet werden darf. Dennoch wird das Töten weiter gebilligt und damit die Wirtschaft vor den Tierschutz gestellt.“

Das ist unvorstellbar aber wahr – man muss sich das mal überlegen, nicht nur, dass das Schreddern absolut pervers ist, aber sie werden noch von Hand verlesen aussortiert, von einem Arbeiter der sich Mensch schimpft. Und bevor jetzt jemand auf die Barrikaden geht und sagt der mache auch nur seinen Job um Geld zu verdienen, das lassen wir nicht gelten, es gibt tausende von anderen nicht quälerischen Arbeitsmöglichkeiten.

Aber wie erkennen wir Verbraucher schnell und einfach was darf kompromisslos in den Einkaufswagen und was nicht? Im Prinzip hat das Ganze einen Recherchewert, verlasst Euch nicht auf die Aufdrucke sondern schaut genau hin. Wir haben Euch auf unserer Homepage eine Übersicht von BIO Marken zusammengestellt, von denen ihr guten Gewissens Eier, Milch und Fleisch konsumieren könnt. Auch seht ihr bei der Rubrik Fakten & Richtlinien die Mindestplatzangaben im Unterschied konventionell und EU – Bio. Natürlich ist die beste Entscheidung ganz fleischlos zu essen oder eben sich vegan zu ernähren, doch auch jeder noch so kleine Schritt ist wichtig für jedes einzelne Tier welches da draussen Tag für Tag leidet.

Auch die Haltung der Geflügeltiere in der konventionellen Landwirtschaft sieht anders aus, als in den schönen TV Werbungen und den ansprechend gestalteten Verpackungen in den Discountern. Hier zeigt auch der Deutsche Tierschutzbund (DTB) wieder genau auf, wie die Haltung gestaltet ist und auf was zu achten ist: „Enten sind Wasservögel. Sie leben in der Regel an offenen Gewässern, wie Seen oder Teichen, denn Wasser ist für sie lebenswichtig. Sie nutzen es für die Gefiederpflege, um zu baden und für die Nahrungssuche und -aufnahme. Enten fressen neben Pflanzen auch kleine Fische, Insekten und Würmer. Hierfür gründeln sie am Boden und seihen mit ihrem Schnabel feste Bestandteile aus dem Wasser. Auch Gänse sind Wasservögel. Obwohl sie die meiste Zeit des Tages an Land verbringen, ist die Nähe zu einem Gewässer für Gänse ebenfalls elementar. Gänse sind Pflanzenfresser, weiden auf Wiesen und fressen dort Kräuter und Gräser, aber auch Obst, Gemüse und Getreidekörner. Doch auch im Wasser wird gegründelt und der Boden nach Pflanzen abgesucht. Für die Gefiederpflege ist Wasser unbedingt nötig. 

Gänse und Enten leben meist in lockeren Gruppen, manche Enten auch zeitweise einzeln. Gänse leben in engen Partnerschaften, Enten suchen sich nur zur Paarungszeit einen festen Partner. Enten und Gänse verteidigen ihre Territorien und Nester oft vehement gegen Konkurrenten oder Eindringlinge.  In Deutschland werden Enten vor allem als Masttiere gehalten, jährlich ca. 16 Millionen Tiere. Moschusente ,Warzenente, Flugente, Barbarieente, Mulardenente (Kreuzung aus Moschus- und Pekingente) und Pekingente sind die sechs Entenrassen, die in der Landwirtschaft am häufigsten vorkommen. 

Die Bedingungen in der Mast sind für Wasservögel katastrophal, das Leid der Tiere in der intensiven Stallhaltung ist enorm. Ohne Zugang zu Wasser, der ihnen meist verwehrt wird, können die Tiere ihren arteigenen Verhaltensweisen in keiner Weise nachgehen. Bei der Entenmast geht es darum, in kürzester Zeit möglichst viel Fleisch zu produzieren. So werden die Tiere in sechs bis zehn Wochen turbogemästet bis sie ein Gewicht von bis zu 4,6 kg erreicht haben. Die schnelle Mast führt nicht selten dazu, dass die Tiere nicht mehr laufen können, da Muskeln und Knochen das Gewicht nicht halten können. Pekingenten werden im Allgemeinen im Alter von sechs bis sieben Wochen geschlachtet. Die weiblichen Moschusenten schlachtet man mit zehn Wochen, die Erpel mit 12 Wochen. In der intensiven Stallhaltung haben die Enten weder Auslauf ins Freie, noch Zugang zu einer Wasserstelle. 

Oft steht nur eine Nippeltränke zum Stillen des Durstes zur Verfügung. Baden, Gründeln oder die wichtige Gefiederpflege ist nicht möglich. Stattdessen sitzen die Tiere dicht gedrängt auf Gitter- oder Spaltenböden, an denen sie ihre Paddel verletzen. Das viel zu geringe Platzangebot, die schlechten Luft- und Lichtverhältnisse und der Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten führen vor allem bei Moschusenten zu Verhaltensstörungen wie Federrupfen und Kannibalismus. Moschusenten sind sehr territoriale Tiere und leiden besonders unter der hohen Besatzdichte in den Ställen. Anstatt die Haltungsbedingungen zu verbessern, werden sie oft in stark abgedunkelten Ställen gehalten. Vorbeugend werden den Enten Schnäbel und Krallen gekürzt, damit sich die Tiere keine schweren Verletzungen zufügen können. Der Schnabel ist jedoch bis in die Spitze mit vielen Nerven durchzogen und für Enten und Gänse ein empfindliches Tastorgan. Das Kürzen bedeutet erhebliche akute und oft auch dauerhafte Schmerzen für die Tiere. Auch Gänse werden in Deutschland hauptsächlich zur Fleischgewinnung gehalten. Die Tiere leben meist in Freilandhaltung oder kombinierter Stall-/Auslaufhaltung. Zugang zu Wasser, damit die Tiere baden, gründeln und ihr Gefieder pflegen können, fehlt aber auch hier häufig.“

Also beides keine artgerechte Haltung, dieses Fleisch sollte unbedingt gemieden werden, kompromisslos! 

Aber es geht noch weiter – Hierzu kommt noch die falsch gesehene Delikatesse – die Stopfleber. 

PETA zeigt hierzu auch Videos und interessante Beiträge. „Bei einer sogenannten Stopfleber handelt es sich um die krankhaft vergrößerte „Fettleber“ von Enten und Gänsen. Das Qualprodukt wird erzeugt, indem man die Leber von Gänsen oder Enten mittels Zwangsfütterung („Stopfen“) auf etwa das Zehnfache ihres Normalgewichts anschwellen lässt. Da männliche Enten, die sogenannten Erpel, eine größere Leber ausbilden, werden in der Stopfleberindustrie alle weiblichen Küken direkt nach der Geburt am Fließband aussortiert und lebend in den Schredder geworfen. Ihr kurzes Leben endet bereits nach wenigen Stunden qualvoll. Bei den meisten „Produktionsstätten“ handelt es sich um große Industriehallen. Tausende Vögel sind dort in enge Käfige eingepfercht, in denen sie weder aufstehen noch sich umdrehen oder auch nur die Flügel ausstrecken können. Die Zwangsfütterung der Gänse bzw. Enten beginnt im Alter von 8 bis 10 Wochen. Über einen Zeitraum von 12 bis 21 Tagen werden die Vögel „gestopft“. Dabei wird den Tieren jeden Tag ein 50 cm langes Metallrohr gewaltsam in den Hals gestoßen, durch das ihnen 800 bis 1.000 Gramm Maisbrei in den Magen gepumpt wird. Umgerechnet auf den Menschen entspricht das einer Menge von zweimal 7 Kilo Spaghetti am Tag. Dabei schwillt die Leber der Tiere auf das Zehnfache ihres normalen Gewichts an, dies nennt man Fettleber.  Zu den Nebenwirkungen des Stopfens zählen unter anderem Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüche, Leberblutungen und Herzversagen. Kurz bevor sie an den Folgen des Stopfens sterben würden, werden die Vögel getötet. Viele erliegen bereits vorher den schweren Verletzungen und Strapazen. Die Sterblichkeitsrate von Tieren auf Stopfleberfarmen ist bis zu 20-mal höher als die der Tiere, die unter normalen Lebensbedingungen aufwachsen. Um sich gegen die zunehmenden Proteste kritischer Verbraucher zu wehren, versuchen viele Produzenten und Vertreiber von Stopfleber, ihren Kunden weiszumachen, dass das Futter den Tieren „in den Hals einmassiert“ wird. Solch ein tierfreundliches Stopfen gibt es jedoch nicht. Auch kommen die Tiere niemals freiwillig zur Futterquelle. Einige Forscher sind der Ansicht, dass Enten und Gänse durch eine künstliche Verkürzung der Sonnenstunden und durch Nahrungsentzug freiwillig dazu gebracht werden können, unnatürlich große Nahrungsmengen zu sich zu nehmen. Doch auch bei diesem Verfahren sterben viele Gänse an den Nebensymptomen der Leberverfettung. So etwas wie tierfreundliche Stopfleber kann und wird es niemals geben.“

Wir hoffen wir konnten Euch einen kleinen Einblick in die Haltung und in den Umgang der Geflügeltieren in unserer Gesellschaft gewähren.

In der nächsten Podcast Folge dieses Themas stellen wir euch die KONVENTIONELLE und NICHT KONVENTIONELLE HALTUNG – Was landet im Einkaufskorb? Von Kaninchen vor.

Seid wieder dabei – und leistet somit einen Beitrag zum Tierschutz!