Hier zeigen wir Euch wie man die lustigen Pelzkartoffeln richtig hält, ernährt und beschäftigt.

Die Meerschweinchenhaltung wird leider oftmals unterschätzt und die Tiere vegetieren alleine in einem Käfig vor sich hin. 

Wenn ihr die Pelzferkel halten möchtet, dann informiert Euch zuerst über die Haltung und die damit verbundenen Kosten. Die monatliche Kosten könnt ihr Euch auf unserer „FAQ Seite – Was kostet mein Haustier eigentlich“ abrufen. 

Zur Haremshaltung

Grundlegend ist zur Meerschweinchenhaltung zu sagen, dass die Tiere immer Artgenossen benötigen, in der Heimtierhaltung empfiehlt sich mindestens ein Partner, besser und artgerechter ist eine Dreier-Gruppe, die je nach Platzangebot auf bis zu zehn Tiere aufgestockt werden kann. Es sollte immer ein Kastrat sein, wichtig, denn sonst gibt es ungewollten Nachwuchs, und da es genügend Notschweinchen gibt, sollte nicht noch für mehr gesorgt werden, sowie weibliche Tiere als Partnertiere. Eine Meerschweinchen Gruppe sollte in „Haremshaltung“ erfolgen, ein Kastrat und mehrere Weibchen. Eine reine Weibchenhaltung ist nicht zu empfehlen, da die Tiere in freier Natur auch nicht nur in Weibchengruppen leben, Zystenbildung ist durch das Fehlen des Kastrates vorprogrammiert. 

Zur Böckchenhaltung

Möglich ist auch die Haltung von (kastrierten) Böckchen, aber hierzu benötigt man mindestens doppelt, besser dreifach so viel Platz wie bei der Haremshaltung. Nicht alle Böckchen sind für die Bockgruppenhaltung gemacht, wenn ein Bock länger als zwei Wochen gemobbt wird, muss er aus der Gruppe genommen werden, hier empfiehlt sich die Kastrataion und die darauffolgende Vergesellschaftung mit Mädels. Beachte Kastrationszeit ca. 6 Wochen. Die Bockgruppenhaltung ist nichts für Anfänger, hier braucht man ein gewisses Maß an Erfahrung und gute Nerven sowie die Bereitschaft gegebenenfalls bei anhaltenden Streitigkeiten die Gruppe zu splitten und genügend Platz für zwei getrennt lebende Gruppen.

Zur Innenhaltung

Die Innenhaltung ist die einfachste und mitunter die sicherste Art der Meerschweinchenhaltung. Die Tiere müssen nicht vor Kälte und Hitze geschützt werden und haben keine Feinde wie den Fuchs oder den Steinmarder. Das Gehege sollte für eine Dreiergruppe mindestens 205 cm lang und 110 cm breit sind, das sind jedoch die Mindestangaben. Umso grösser desto besser. Bei einer Bockgruppe aus 4 vier Jungs empfiehlt sich eine Gehegegröße von 270 cm Länge und 145 cm Breite. Das ist aber auch wieder die absolute Mindestgrösse. Das Gehege sollte immer sehr abwechslungsreich eingerichtet sein. Als Einstreu empfiehlt sich saugstarkes Weichholz. Grosse harte Pellets sind für die zarten Schweinchenfüsschen ungeeignet. In verschiedenen Ecken kann man Stroh zum verstecken einstreuen. Die Häuschen sollten immer mindestens zwei Ein- / Ausgänge haben, damit ein rangniederes Tier Fluchtmöglichkeiten hat. Unbehandeltes Holz eignet sich hier am besten. Umso mehr Unterschlüpfe desto besser. Meerschweinchen sind Fluchttiere und mögen keine weiten offenen Stellen. Natürlich sollten sie noch genügend Platz zum Rennen und Ausweichen haben, doch jede Korkröhre, jeder Holzunterstand und jedes Häuschen bieten Schutz und verringern den Stress bei der Nahrungssuche, vor allem bei noch sehr scheuen Tieren. Als Einrichtungsgegenstände empfehlen sich Häuser mit integrierter Heuraufe, so bleibt das Heu immer schön sauber und die Schweinchen können ohne Angst ihr Heu mümmeln. Ein Wassernapf gehört in jedes Gehege, auch wenn die Ferkel nur wenig bis gar nicht trinken, bei einer ausgewogenen Frischfutterernährung trinken die meisten Meerschweinchen nicht. Trotz alle dem, ein Wassernapf muss immer vorhanden sein und sollte täglich gereinigt und frisch aufgefüllt werden. Kuschelsachen werden von den Ferkelchen geliebt, hierzu kann man ganz einfach Kuschelrollen oder kleine Kuschelbettchen selbst nähen oder diese online von begabten Hobbyschneidern erwerben. Die Kuschelsachen sollten alle zwei Tage kontrolliert werden, sind sie nass, ab in die Wäsche, so genannte Pipipads meist mit integriertem Molton können dem Waschen des gesammten Kuschelteils behilflich sein, so muss die Kuschelrolle nicht alle zwei Tage in die Wäsche. Auch diese bekommt man online oder kann sie mit etwas Geschick selbst nähen. Das Gehege sollte je nach Größe einmal die Woche komplett gesäubert werden, Einstreu raus, auswischen, bitte kein Desinfektionsmittel benutzen, heisses Wasser ist völlig ausreichend. Die Holzhäuschen sollten alle vier bis acht Wochen heiss abgewaschen und luftgetrocknet werden, hier empfiehlt sich immer einen zweiten „Satz“ Häuschen zu haben, dann müssen am Häuschenputztag die Schweinchen nicht all zu lange auf ihre neuen Unterschlüpfe warten. Plastikhäuschen haben nichts im Gehege zu suchen.

Wenn man die Tiere auf Fleece hält, sollte die erste Schicht Fleece sein, die zweite Schicht ein Gemisch aus Bambus und Hanfstoff, die letzte Schicht wieder eine Fleece Schicht. Viele Kleintierfirmen bieten mittlerweile auch die Fleeceausstattung bereits zusammen genäht an, wer selbst gut nähen kann, kann die drei Schichten zuhause einfach zusammen schneidern. Das Gehege sollte damit wie beim Einstreu auch mit einem wasserfesten Boden versehen werden, hierzu eignet sich PVC, Wachstischdecken oder auch Teichfolie. Der Fleecestoff sollte mindestens zweimal vorab heiss gewaschen werden, 95 Grad empfiehlt sich, 60 Grad ist jedoch auch ausreichend. Nur so nimmt er genügend Flüssigkeit, im Fall der Meerschweinchenhaltung, Urin auf. Das Fleecegehege muss täglich mit einem Gummibesen abgefegt werden, Pipipads empfehlen sich an den hoch frequentierten Stellen wie zum Beispiel im Heuhaus oder an den bevorzugten Schlafplätzen. Zu beachten ist, dass man bei der Fleecehaltung weniger Biomüll produziert jedoch eine Unmenge an Wäsche. Die Köttels müssen täglich abgefegt werden, hier empfiehlt sich ein Gummibesen. Die Pipipads sollten ebenso täglich jedoch mindestens alle zwei Tage ausgetauscht werden. Die Fleece Gemisch Schicht sollte alle 5 bis 6 Tage ausgetauscht werden. Überlegt Euch vorab genau wie ihr die Tierchen halten wollt. Die Vorteile von Fleece sind dass die Ferkel besser rennen können und man sich das Bestellen und Tragen der Einstreuballen erspart, das sind jedoch auch schon die einzigen Vorteile. Das Buddeln und Wühlen ist nicht mehr möglich, hierzu kann allerdings eine Wühlkiste Abhilfe schaffen. Bei der Fleecehaltung ist zu beachten dass man immer doppelt und dreifach ausgestattet sein sollte,  um das Gehege wieder voll auszustatten wenn der Wechselteil in der Waschmaschine ist. Nachteil sind die sehr hohen Anschaffungskosten – rund 400 Euro für ein 6 Quadratmeter Gehege. Einstreu (Weichholzeinstreu) ist mit das Beste für die Tiere, es ist saugstark, geruchsbindend und sehr bequem zum einkuscheln. Die Füsschen werden nicht wund und die Tiere laufen nicht in dem mit Urin vollgesaugten Fleece umher.

Die optimale Raumtemperatur für die Tiere liegt bei 18 bis 22 Grad.

Zur Außenhaltung

Hier gilt, umso mehr Tiere desto besser (eine Großgruppe sollte die Anzahl von 10 Tiere nicht übersteigen). Eine isolierte Schutzhütte ist Voraussetzung, diese darf nicht zu klein aber auch nicht zu gross sein, die Tiere müssen sie mit ihrer Körperwärme im Winter erwärmen können. Umso mehr Tiere in der Hütte sind desto einfacher können sie sich bei winterlichen Temperaturen warm halten. Das Einstreu der Aussenhaltung kann gerne Kokosstreu sein, es ist saugstark und im Sommer kühlend. Die Schutzhütte sollte am oberen Rand Luftlöcher bzw. Luftschlitze haben, damit die Luft zirkulieren kann, den Eingang niemals schliessen – wichtig! Das ganze wird dann noch durch eine dicke Schicht Heu und Stroh abgerundet. Die Hütte sollte die Maße 100 x 50 cm haben, das ist für eine 4er Haremsgruppe ausreichend. Ebenso muss das Reinigen der Hütte alle zwei Tage gemacht werden, damit keine Feuchtigkeit in der Schutzhütte zurückbleibt und sich keine giftigen Schimmelsporen entwickeln können. Das Außengehege muss immer mindestens zu 50 % im Schatten sein, damit die Tiere wählen können. Direkte Sonneneinstrahlung kann im Sommer sehr schnell zum Tode des Tieres führen. Wichtig ist auch dass man die Tiere nicht im tiefsten Winter einfach in ein Außengehege umsiedelt, das würden sie nicht überleben. Der passende Zeitpunkt dafür ist das späte Frühjahr nach dem letzten Bodenfrost. Das Außengehege sollte genauso vielfältig wie das Innengehege eingerichtet sein. Absolut unabdingbar ist ein mardersicherer Außendraht, die Tiere müssen zu 100 Prozent sicher sein. Meerschweinchen buddeln nicht, Fuchs und Marder schon, von daher sollte der Gehegeumbau mindestens 20 bis 30 cm tief in die Erde gehen, damit sich der Feind nicht durchbuddeln kann. Auch hier muss immer ein Zugang zum Wassernapf gegeben sein. Das Außengehege sollte alle 4 vier Wochen grob gesäubert werden (Köttels entfernen, Häuschen abbrausen, ggf. neue Einstreu bei den entnommenen Pipiecken zugeben), alle 12 Wochen muss eine Komplettreinigung stattfinden. Umso grösser das Gehege umso länger können die Zeiträume der Säuberung geplant werden. Jedoch gilt auch je mehr Tiere desto öfters muss gemistet werden.

Platzwahl Gehege

Der perfekten Platz für ein Meerschweinchen Gehege ist weit weg von Heizkörpern, Kachelöfen und digitalen Geräten, wie Fernsehern oder Radios. Natürlich lässt sich das nicht immer vereinbaren, aber wer verschiedene Möglichkeiten hat, sollte das beachten. Der Raum muss täglich immer gut gelüftet werden, am besten morgens und abends. Ein Kinderzimmer oder ein Schlafzimmer ist für das Gehege nicht geeignet. Ein Flur wo ständig ein Kommen und Gehen ist auch nicht, das Wohnzimmer oder das Arbeitszimmer bietet sich hier schon eher an. Die Tiere gehören niemals in einen Käfig, die leider immer noch von nicht fachkundigen Menschen in Zooläden angeboten werden. Das ist reine Tierquälerei!

Ernährung

Meerschweinchen stammen ursprünglich aus Peru, die Tiere sind nicht wie unsere Haushunde domestiziert, sie ernähren sich weitestgehend so wie ihre wilden Verwandten. Zur Hauptnahrung gehören frische Kräuter und Wiese. Heu soll natürlich immer zur Verfügung stehen, 24/7, allerdings sollte es nicht die Hauptnahrung sein. Meerschweinchen würden in der freien Natur das Frische immer dem Getrockneten vorziehen. In der Regel gilt, Frischfutter so viel die Racker wollen. Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen, Vogelmiere, Labkraut, Wegerich, Schafgarbe, Bärenklau, Sauerampfer, Giersch und Taubnessel. Als Gemüse kann täglich Tomate, Gurke, Karotte, Paprika, Sellerie, Fenchel, Pastinake, Zuchhini (Testen ob bitter, wenn ja dann entsorgen), Topinambur angeboten werden. Als Kräuter bieten sich Petersilie, Liebstöckel, Minze, Melisse und Dill an. Als Obst eignen sich Apfel, Birne, Erdbeeren, Wassermelone (Frucht und Schale), Heidelbeeren, Brombeeren und Himbeeren, Obst jedoch in Maßen wegen des hohen Fruchtzuckeranteils verfüttern. Verschiedene Salate wie Endivien, Romana und Eichblatt ergänzen den Speiseplan. Frische Baumäste sind immer eine willkommene Abwechslung, hierzu gehören Buche, Walnuss, Kirsche, Apfel, Birne, Haselnuss und Ahorn. Beim Walnuss nicht all zu viel anbieten wegen der ätherischen Öle in den Blättern. Als kleiner wöchentlicher Snack kann man getrocknete Blütenmischungen und Kräuter anbieten. Wichtig ist auf gute Ware zu achten wenn man diese online kauft. Als Heu gibt es den ersten und den zweiten Schnitt, der zweite Schnitt auch Grummet genannt ist meistens beliebter bei den Schweinchen, man kann ihn in der Mischung mit dem ersten anbieten. 

Beschäftigung

Wer seine kleinen Pelzkartoffeln ab und an bisschen Kopfarbeit zumuten möchte, kann frische Sachen wie Leckereien (Obst) in Eierkartons verstecken, oder ihr nimmt eine leere Klopapierrolle und schneidet diese von jeder Seite mehrfach bis zu 2cm ein, frisches Obst oder getrocknete Kräuter zugeben, indem man die Kartonenden einknickt, verschliesst und ab ins Gehege. Wer über dem Gehege die Möglichkeit hat Äste an verschiedenen Haken zu platzieren, bietet seinen Wutzen einen kleinen leckeren Urwald. Mit einer kleinen flexiblen Wäschespinne an der bereits Wäscheklammern angebracht sind, lassen sich die Äste ganz einfach befestigen. Sehr beliebt sind kleine Cocktailtomaten, diese werden meistens durchs ganze Gehege gerollt bis die Ferkel sie mit ihren Zähnchen zu fassen bekommen. Die Gehegeeinrichtung kann auch immer nach dem Misten neu gestellt werden, hat man jedoch ein blindes Ferkelchen sollte man vom Umstellen absehen.

Auffälligkeiten & Krankheiten erkennen

Klein aber Oho! Meerschweinchen sind kleine Sorgenkinder, man muss sie immer genauestens im Auge haben, einmal die Woche sollte ein TÜV gemacht werden, hierzu gehört das Anschauen des Tieres, die Untersuchung auf mögliche Bissverletzungen, Zähne, Ohren und Augen kontrollieren, die Zähne müssen gerade gewachsen sein und dürfen sich nicht beim Kontrollieren überschneiden, ebenso wenig dürfen sie krumm sein, die Ohren sollten Sekret frei sein und die Augen klar und nicht tränend. Das Unterlid muss weiss sein, rot würde ggf. auf eine Augenkrankheit hinweisen. Die Tiere sind unglaublich zugempfindlich, sprich ein gekipptes Fenster neben dem Gehege kann bereist zu einer Lungen – oder Bindehautentzündung führen. Die Tiere müssen immer feste Köttels absetzen, sobald ihr Durchfall entdeckt, ab zum Tierarzt. Die Krallen sollten regelmäßig gekürzt werden, wenn ihr es Euch nicht selbst zutraut mit einem Tierkrallenknippser die Krallen zu schneiden, dann lasst es Euch einmal von Eurem Tierarzt zeigen. Der Bauch sollte immer weich sein und das Fell frei von Verklebungen. Bei den Böckchen sollten alle zwei bis vier Wochen die Perinealtaschen gereinigt werden, lasst Euch das am besten von Eurem Tierarzt zeigen. Wichtig, die Tiere sollten einmal die Woche gewogen werden, 50 g Abweichung zur Vorwoche sind normal, das Gewicht darf jedoch nicht konstant nach unten gehen, hier ist dann der Weg zum Tierarzt unumgänglich. Es ist nicht immer einfach einen guten Kleintiertierarzt zu finden, informiert euch gut! Sollte das Tier gepäppelt werden müssen, kann man das mit Critical Care und Wasserzugabe mit einer 1 ml Spritze tun, lasst es euch aber genau vom Tierarzt zeigen und das Verhältnis erklären. Ein Tierarzt der sagt dass Meerschweinchen nicht gepäppelt werden müssen wenn sie die Nahrung verweigern und Durchfall haben, kennt sich nicht aus. Verweigert das Tier die Nahrungsaufnahme ist das Päppeln mit unter anderem die einzigste Überlebenschance die es hat. Jede Meerschweichenhalterin und jeder Meerschweinchenhalter kann sich auch Zuhause eine kleine Wuzzen Apotheke anlegen, in der er z.B. immer Bene-Bac für eine gute Darmflora zuhause hat, oder Metacam als Schmerzmittel. All diese Tipps ersetzen jedoch keinen Tierarztbesuch, sondern sind nur erste einleitende Hilfemaßnahme und sollten immer mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Meerschweinchen niesen gerne mal, das muss nicht immer direkt etwas ernstes sein, wenn das Meerschweinchen im Einstreu wühlt oder am Salat noch Wassertropfen hängen, kann es mal zum Niesen kommen. Steigert sich das Niesen jedoch, dann lasst den Tierarzt zur Sicherheit drüber schauen. Wenn Euch das Meerschweinchen, warum auch immer seltsam vorkommt, dann geht direkt zu einem Tierarzt, denn Kleintiere können binnen weniger Stunden und Tagen verenden wenn sie keine Hilfe bekommen, denn diese Tiere zeigen Schmerzen so gut wie nie, da sie in der freien Natur sonst nicht überleben würden. Das Köttelfressen ist keine Krankheit sondern lebensnotwendig für die Tiere, der Blinddarmkot beinhaltet wichtige Vitamine und darf nicht unterbunden werden.

Vergesellschaftung

Meerschweinen möchten nicht alleine leben, um fremde Schweinchen zusammen zuführen, sollte das Gehege vor der Vergesellschaftung einmal komplett gemistet und neu eingerichtet werden. Das ist aber kein Muss. Wenn man Häuser im Gehege hat, sollte man diese bis ca. 3 Wochen nach der Vergesellschaftung rausnehmen und durch Unterschlüpfe ersetzen, damit sich kein Streit, um das beliebte Haus entfachen kann. Sind sich die Schweine erstmal „grün“ dann können auch geeignete Häuser angeboten werden. Jagen, Brommseln und Zähne klappern gehört alles zur Vergesellschaftung dazu, eingreifen sollte man nicht, da die Tiere sonst immer wieder von Neuem mit der Rangordnung beginnen müssen. Frischfutter kann verteilt werden, das lenkt die Tiere vom eigentlichen Geschehen ab. Kommt jedoch ein Tier nach Tagen immer noch nicht zur Ruhe und weisst beim TÜV Bissverletzungen auf, sollte man überlegen das Tier aus der Gruppe zu nehmen und es zu anderen sozialisierten Meerschweinchen zu geben. Schlecht sozialisierte Tiere zum Beispiel aus der Zoohandlung sind oftmals schwieriger zu vergesellschaften, hier bieten auch viele Notstationen und Tierheime die Vergesellschaftung zu übernehmen an. Bei einer optimalen Vergesellschaftung ist nach wenigen Stunden bis zu wenigen Tagen die Rangordnung geklärt und die Tiere fressen entspannt nebeneinander. Sollte ein Tier immer vom Futter verjagt werden, muss auch gut beobachtet werden dass das rangniedrige Tier genug zu Fressen bekommt und im schlechtesten Fall muss auch dieses aus der Gruppe genommen werden. Wenn ihr Euch die Vergesellschaftung nicht zutraut, dann kontaktiert uns gerne unter pluemes@pluemes.de, oder lasst Euch bei Notstationen oder Tierheimen beraten.

Urlaub

Überlegt bitte genau vor der Anschaffung wer Eure Meerschweinchen versorgen kann während ihr in den Urlaub fährt. Es gibt auch Meerschweinchenpensionen. Allerdings müsst ihr euch vorab gut informieren wie die Tiere dort gehalten werden und ob die Station fachkundig ist. Die Kosten sind meist 5 Euro pro Tag pro Tier.

Das Meerschweinchen rechnet vor:

Ich kann über 8 Jahre alt werden – in dieser Zeit musst Du folgendes tun:

  • 8.760 mal einen bunten Gemüseteller zubereiten
  • 2.920 mal die Heuraufe neu befüllen
  • 2.000 mal Grünfutter von der Wiese sammeln
  • 416 mal das Gehege putzen

Ich benötige: 

  • 1.500 kg Gemüse & Grünfutter
  • 200 kg Heu
  • 10.400 l Einstreu, die auch als Müll entsorgt werden müssen

Meine Pflege dauert mindestens 3.000 Stunden

Mein Leben kostet 2.000 Euro & hohe Tierarztkosten

Und das mehrmals, ich will nicht alleine leben! Willst Du das wirklich?

Quelle Rechnung: Meerschweinchen Info auf Nager Info, Link: http://www.diebrain.de/I-index.html

Wir haben schon so viel Tierleid gesehen und wissen von was wir sprechen, deshalb bricht es uns auch immer wieder das Herz, wenn man auf den verschiedensten Onlineplattformen „Meerschweinchen mit Käfig zu verschenken“ liest. Die Tiere haben keinerlei Chance sich zu wehren und müssen in den meisten Fällen alleine in einem dunklen Flur, in einem kleinen Plastikkäfig voll mit Kot und Urin, vor sich hin vegetieren. Weil es lästig geworden ist, es den Kindern keinen Spass mehr bereitet oder einfach keine Lust mehr an der Haltung gefunden werden kann. Die Menschen schaffen sich Tiere an von deren Bedürfnissen sie keinerlei Ahnung haben. Kein Meerschweinchen hat solch eine schreckliche Haltung und das oftmals bis an das Lebensende, verdient. 

Wie ihr seht ist die Haltung dieser tollen Tiere gar nicht so einfach, sie ist sehr zeit- und kostenintensiv. Daher schlaut Euch vor der Anschaffung auf. Wichtig ist, dass diese Tiere nicht für Kinderhände bestimmt sind, die Tiere möchten nicht gestreichelt, nicht getragen und auch nicht bespielt werden. Wer dennoch seinen Kindern Meerschweinchen als Haustier bieten möchte, muss bedenken, dass die Verantwortung immer beim Erwachsenen liegt, die Kinder sind nicht in der Lage auf Dauer alle Bedürfnisse der Tiere zu erfüllen, ebenso müssen sie auch verstehen lernen, dass diese Tiere keine Kuscheltiere sind. Ruhiges Beobachten vor dem Gehege ist dagegen eine spannenden Sache für die Kids. Besucht Notstationen und Tierheime und vermeidet wenn möglich den Weg zum Züchter oder gar in eine Zoohandlung, denn es gibt so viele Notschweinchen die auf ein artgerechtes Zuhause warten! Wenn ihr alle Punkte kompromisslos erfüllen könnt, dann freuen sich herrenlose Schweinchen auf ein neues Zuhause. Eine tolle Notstation findet ihr hier: