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Die meisten von Euch, als Hunde-& Katzenhalter werden ihn kennen, den Mikrochip, Transponder oder einfach nur Chip genannt.

Fangen wir aber mal von ganz vorne an, eine liebe Freundin, selbst auch Hundehalterin, hat uns darum gebeten doch mal einen Podcast über das Chippen und Registrieren der Haustiere zu machen. 

Wir selbst kennen es aus unserer Jahrzehnten langen Tätigkeit im Tierheim und auch beim Tierarzt. Doch was ist ein Chip, was hat er mit dem Hund und der Katze zu tun und was soll das Registrieren bedeuten?

Eigentlich eine ganz einfache Sache und dazu noch eine absolut sinnvolle und wertvolle!

Heutzutage sollte kein Hund und keine Katze mehr nicht gechippt sein, das wäre wohl der Wunsch jedes Tierheims oder jeder Tierschutzorganisation.

Jeder Tierarzt kann Eure Lieblinge chippen, Kostenpunkt ca. zwischen 30 Euro und 60 Euro. Den Chip könnt ihr Euch Reiskorn gross vorstellen, er ist länglich und leicht abgerundet und wird in den meisten Fällen auf der linken Halsseite gesetzt. Der winzige Chip wird vom Tierarzt mit einer Hohlnadel unter die Haut implantiert. Dauert wenige Sekunden, tut kaum weh und blutet meistens nie und wenn dann nur wenige Tröpfchen. Im Gewebe bei der Schulter wächst er dann ein und verbleibt dort für den Rest des Lebens. Diese Stelle ist international normiert, damit man auch im Ausland entlaufene Tiere schnell identifizieren kann.

Bereits euren Welpen könnt ihr zum Beispiel direkt bei der Grundimmunisierung mit chippen lassen. Hier müsst ihr sowieso den Weg zum Tierarzt gehen. Das Chippen ist für die Hunde völlig gefahrlos, und binnen weniger Sekunden sitzt der Chip an Ort und Stelle. 

Aber wie wirkt ein Chip, was kann er und für was ist er gut? Ganz einfach, der Transponder sitzt wie schon gesagt unter der Haut Eures Tieres. Bei sehr dünnhäutigen und zarten Hunden aber auch bei Katzen, kann man den Chip sogar beim streicheln erfühlen, das ist aber völlig harmlos und normal. Bei unseren mobbsigeren Hunden und Stubentigern wird es schon schwieriger den Chip zu ertasten und somit verschwindet er wohl auf Lebzeit in den Tiefen der Speckwargeln unserer Haustiere. Aber mal im Ernst, was kann der Chip?

Jetzt kommt der wichtigste Teil, der Chip muss registriert werden. Und hier beginnt der ganze Schlamassel, sollte die Katze oder der Hund nicht auch registriert sein. Die Tiere sind gechippt aber der Mikrochip wurde nicht auf den Hundehalter registriert. Das Drama nimmt seinen Lauf. Und daher ist es so wichtig, ein Transponder erfüllt nämlich nur seinen Zweck wenn er auch registriert ist. So kann jedes entlaufene Tier beim Tierarzt oder im Tierheim durch Ablesen des Chips dem Tierbesitzer zugeordnet werden. 

Bei den Haustierregistern TASSO und FINDEFIX kann man den Transponder ganz einfach registrieren. Dazu haben wir Euch einen Link zur Registrierung mit rein gepackt. 

Wieder sicher Zuhause

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Eine Chippflicht gibt es bei Hunden auch, sie unterscheiden sich jedoch extrem unter den verschiedenen Bundesländern. Leider wird hier immer noch der Unterschied zwischen Listenhunden und „normalen“ Hunden gemacht.

Wo welche Hunde gechippt werden müssen, haben wir Euch hier aufgelistet: 

  • Berlin: Chip-Pflicht für alle Hunde.
  • Brandenburg: Chip für alle Hunde ab einer Widerristhöhe von 40 cm oder einem Gewicht ab 20 Kilo. Auch die als gefährlich geltenden Hunderassen, die Listenhunde, müssen gechippt werden.
  • Bremen: Chip-Pflicht für die als gefährlich eingestuften Hunde, die Listenhunde.
  • Hamburg: Alle Hunde ab dem dritten Lebensmonat müssen gechippt werden.
  • Hessen: Chip-Pflicht nur für die als gefährlich geltenden Hunderassen, die Listenhunde.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Auch hier gilt die Chip-Pflicht für gefährliche Hunde, die Listenhunde. Alternativ wird auch eine tätowierte Zuchtregister-Nummer anerkannt.
  • Niedersachsen: Chip-Pflicht für alle Hunde, die älter als sechs Monate sind. Ältere Kennzeichnungen werden akzeptiert, sofern der Hundebesitzer über ein entsprechendes Lesegerät verfügt.
  • Nordrhein-Westfalen: Chip-Pflicht für gefährliche Hunde, die älter als drei Monate sind.
  • Rheinland-Pfalz: Chip-Pflicht nur für die als gefährlich geltenden Hunderassen, die Listenhunde.
  • Saarland: Chip-Pflicht nur für die als gefährlich geltenden Hunderassen, die Listenhunde.
  • Sachsen: Keine Kennzeichnung erforderlich!
  • Sachsen-Anhalt: Chip-Pflicht für die als gefährlich geltenden Hunderassen, die Listenhunde und Hunde ab dem sechsten Monat müssen gechippt werden.
  • Schleswig-Holstein: Alle Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen gechippt werden.
  • Thüringen: Alle Hunde sind von der Chip-Pflicht betroffen.

Katzen sind von der Chippflicht ausgenommen. Hier solltet ihr jedoch beachten das wenn ihr tatsächlich mal mit eurer Katze verreisen müsst, und ihr ins Ausland fährt, das der Chip dann zur Pflicht wird, ebenso wie der EU-Heimtierausweis. 

Auch Wohnungskatzen sollten immer gechippt werden, denn durch eine nur kleine Unachtsamkeit können sie doch mal entwischen und dann wird der Chip und die Registrierung umso wichtiger. Denn gerade Wohnungskatzen sind in der freien Natur erst einmal überfordert und verloren und verirren sich daher gerne mal. Gerade wenn es passiert, das Eure Samtpfote durch ein offenes Fenster verschwindet und wenige Meter Fall überstehen muss, kann das Tier danach unter Schock stehen und im Affekt in jede Richtung rennen, Hauptsache raus aus der Situation. Daher gilt, jedes Tier wo gechippt und natürlich registriert ist, hat eine große Chance wieder gefunden und auch wieder erkannt zu werden. 

Dein Liebling

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Und dazu wollen wir Euch eine kleine Geschichte nicht vorenthalten. Denn diese Geschichte erwärmt irgendwie ganz bestimmt jedes Herz und zeigt wieder mal wie wichtig das Chippen und vor allem das damit verbundene Registrieren doch ist. 

Ich glaube es ist mittlerweile 8 oder 9 Jahre her, ich kann es Euch allerdings nicht mehr genau sagen. Zu diesen Zeiten waren Nadine und ich noch im Tierheim tätig. Eines morgens stand im Tierheimbüro eine verzweifelte Frau und meldete ihren getigerten Kater als vermisst. Vermisstenmeldungen von Haustieren, gerade von Katzen erhielten wir tatsächlich sozusagen täglich. Wir fragten die Kontaktdaten der älteren Dame ab und die Eckdaten des Katers. Kater, getigert, ca. 10 Jahre alt, keine Merkmale wie zum Beispiel weisse Pfoten oder ein Narbe oder was auch immer, nichts. Da sucht man wirklich die Nadel im Heuhaufen. Denn EKHs, also Europäisch Kurzhaar Katzen und das noch braun getigert, gerade diese Samtpfoten teilen sich ihre Fellfarbe mit Millionen von Haus-& Strassenkatzen und natürlich Freigängern. 

Also fragten wir nach ob der Kater tätowiert oder gechippt ist. Die ältere Dame sagte uns, das sie ihren Kater vor vielen Jahren bei uns im Tierheim adoptiert hatte, also wussten wir gleich, dann muss er tätowiert und gechippt sein und auch registriert sein. Denn wir hatten damals im Tierheim die Tiere nach der Adoption direkt auf die Besitzer registrieren lassen. Natürlich müssen die Besitzer zum Beispiel bei Umzug den Haustierregistern ihre neue Adresse selbst mitteilen. Aber in diesem Falle war die ältere bereits ergraute Dame, nicht umgezogen und wenn meinte sie, hätte sie ihn selbstverständlich umgemeldet und streckte uns den Impfpass des Katers entgegen wo der Transponder eingetragen war. Davon können sich mal andere Tierbesitzer eine Scheibe abschneiden.

Wir nahmen die Suchmeldung auf und meldeten das Tier bei dem Haustierregister als vermisst. Von einigen Registern bekommt man auch kostenfreie Flyer zum aufhängen zugeschickt. Es stand auf jeden Fall klar, sollte der Katzenopi im Tierheim landen, dann konnte er ohne Probleme durch ablesen des Chips seiner Besitzerin zugeordnet werden. Egal in welchem Tierheim oder bei welchem Tierarzt. Ein Chip hält ein Leben lang, lässt man die Tätowierung, die meisten Katzen werden in den Ohren tätowiert, registrieren, besteht die Gefahr das man sie nach Jahren nicht mehr aus den Ohren ablesen kann. Sie verbleicht, durch mögliche Kratzer und Verletzungen, gerade bei Freigängern werden sie oftmals unleserlich.

Daher ist der Chip immer die bessere Wahl. Denn die meisten Katzen werden auch nur bei einer Kastration tätowiert. Natürlich sollten alle Freigänger Katzen kastriert werden, aber leider machen das viele Katzenbesitzer immer noch nicht. Somit bleibt auch die Tätowierung und die Wiedererkennung aus. 

Aber jetzt zurück zu unserer Geschichte. Tage und Wochen gingen ins Land, ja leider auch Monate. Die ältere Dame meldete sich fast wöchentlich bei uns und fragte immer verzweifelter nach ihrem Kater. Irgendwann gab sie die Hoffnung auf und rief nicht mehr an.

Doch dann, nach fast 1 Jahr bekamen wir morgens im Tierheim Besuch, es war die Dame des Katzenopis, sie überschlug sich fast indem sie uns versuchte mitzuteilen was passiert war. Einen Tag zuvor bekam Sie einen Anruf. Ihr „Mäxle“ sei gefunden worden. Etwas abgemagert, von Winter und Sommer gezeichnet, aber wohlauf. Und zwar 350km weit von ihrem Wohnort entfernt. Ja über 350km, man mag es nicht glauben. Eine Tierarztpraxis hatte das Tier als Fundtier bekommen, den Chip abgelesen und die Besitzerin so ausfindig gemacht.

Das alte Mäxle muss sich wohl über ein Jahr lang auf der Strasse durchgeschlagen haben, aber wie kommt es das er so viele Kilometer zurückgelegt hat? Das wird wohl immer sein Geheimnis bleiben, seine Herkunft kann er jedoch wohl niemandem verheimlichen. 

Also, lasst Eure Hunde und Katzen chippen und registriert sie. Auch wenn ihr Frettchenbesitzer seid, solltet ihr Euch fürs Chippen der Tiere entscheiden.

Es kostet nicht viel, weit nicht so viel wie Nerven ihr braucht wenn Eure Lieblinge verschwunden sind und kein Tierarzt und kein Tierheim der Welt die Chance hat das Tier über eine Kennzeichnung zu erkennen. 

Immer schön ans` Mäxle denken!

 

 

Auch Frettchen chippen lassen

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